Bericht über die Lehrfahrt 2026 nach Bad Sobernheim

Es wurde uns viel gelehrt auf unserer Lehrfahrt ins größte Freilichtmuseum in Rheinland-Pfalz, zum Beispiel wie die Menschen hier während der letzten fünf Jahrhunderte gelebt, gewohnt und gearbeitet haben. Um das vergangene Alltagsleben möglichst anschaulich und greifbar zu machen, werden seit Mitte der 1970er Jahre historische Häuser Stein für Stein und Holz für Holz vor Ort abgebaut und im malerischen Nachtigallental originalgetreu wiederaufgebaut. Vierzig Gebäude in vier Baugruppen mit Dorfcharakter repräsentieren die Hauslandschaften in Rheinhessen, Eifel, Hunsrück und Pfalz, an Mosel, Nahe und Mittelrhein. Regelmäßig kommen neue Gebäude hinzu. Zwischen den Baugruppen liegen Hausgärten, Äcker, Wiesen und Weiden.

Unsere Mannschaft wurde in 3 Gruppen eingeteilt entsprechend der Laufbereitschaft bzw. Lauffähigkeit, eine Gruppe wurde zu den verschiedenen Stationen gefahren, die beiden anderen Gruppen hatten verschiedene Laufschnelligkeiten, gemächlich und etwas schneller. Den größte Teil des zwei Kilometer langen ausgeschilderten Rundwegs folgend, kamen wir an verschiedenen Häusern des Museums vorbei. Beim Gebiet Mosel Eifel besuchten wir die historische Kegelbahn „Elsens Garten“ aus Wittlich. Die originale Bohlenhochbahn aus dem 19. Jahrhundert kann gemietet werden, wobei die Kegel von Hand aufgestellt werden.

Noch weiter zurück in die Vergangenheit ging es im Haus Ürzig, ein historischer Fachwerkbau, erbaut 1607. Es gehört zur Baugruppe „Mosel/Eifel“ und ist ein zentraler Anlaufpunkt für historische Vorführungen („Living History“), bei denen das Leben des 18. Jahrhunderts authentisch nachgestellt wird. Die Gruppe „Lon und Solt“ versetzte uns in die Zeit um 1760 und geht den Fragen nach: Wie hat man damals auf dem Land gelebt? Wie war das Leben für die Zivilisten und Soldaten? Mit ihrem munter-lebendigen Auftreten nahmen sie uns mit ins 18. Jahrhundert. Es wurde zünftig auf offenem Feuer gekocht,  beißender Rauch kam aus der Küche, eine Frau saß am Spinnrad, ein Kerzenzieher präsentierte uns seine historischen Kerzen, man wohnte sehr beengt, ein großer Zuber diente als Badewanne.

Anschließend führte uns der Weg in das Gebiet „Hunsrück – Nahe“ wo wir im Winterburger Tanzsaal aus dem 19. Jahrhundert  zu einem flotten Tänzchen aufgefordert wurden. Wir besuchten ein Postamt, eine Schmiede und die kleine Kneipe im Haus Bickenbach dort, wo Geschichte und Geselligkeit zusammenkamen.

Nach dem Rundgang hatten wir Zeit zur freien Verfügung und die Möglichkeit uns in der Museumsgaststätte zu stärken. Anschließend ging es zum Weingut Storr nach Alzey. 

Nachdem wir Bad Sodernheim verlassen hatten ging es  weiter nach Alzey zum Weingut Storr, wo für uns auf dem Scheuerboden zur Weinprobe eingedeckt war. Begrüßt wurden wir vom Seniorchef, Lothar Storr, der die Verkostung mit einem Spruch des Rheinhessischen Dichters Carl Zuckmayer startete.

Viel reicher als der Rosen Elixier,
viel voller als die Wolke aus Importen,
viel heiliger als Weihrauch duftet mir,
die Blume Wein von edlen Heimatsorten.

Das Gedicht ist eine wunderbare Ode an die Heimatverbundenheit und den Genuss des heimischen Weins. Herr Storr  hat uns in seiner netten Art sein ganzes Wissen rund um den Wein, die Weinbereitung und über das fachgerechte Verkosten humorvollen dargeboten. Es wurde gelacht, gescherzt und auf jede Frage, die wir hatten, gab es prompt eine Antwort. Und natürlich wurde auch Wein probiert, was dem Gaumen gefiel. Dazu gab es einen leckeren Vesperteller. Rundum ein wirkliches Erlebnis für uns Interessierte der Weinkultur.

Kredenzt wurden 6 Weine, beginnend mit einem trockenen gehaltvollen Rotwein, dem Acolon Qualitätswein. Acolon ist eine junge, deutsche Rotweinsorte. Sie wurde 1971 in Weinsberg  aus Lemberger und Dornfelder gekreuzt. Die Weine zeichnen sich durch eine tief dunkle Farbe, Aromen von dunklen Beeren und Kirschen sowie milde Tannine aus. Sie sind besonders vollmundig, samtig und harmonisch. Der Name Acolon ist ein reiner Phantasiename und keine geografische Bezeichnung.

Es folgten ein Spätburgunder Blanc de Noir und ein Chardonnay, beides auch trockene Qualitätsweine.

Weiter ging es mit den lieblicheren Sorten, ein gelber Muskateller mit feiner Würze und ein Gewürztraminer Spätlese mit vornehmer Rosennote.

Abgerundet wurde die Verkostung durch eine 2023er Kanzler Auslese. Als Kanzler bezeichnet man eine eher selten angebaute Weißweinsorte, aus der fruchtige, hochwertige Weine produziert werden. Die Sorte  wurde 1927 an der Landesanstalt für Rebenzüchtung in Alzey aus einer Kreuzung von Müller-Thurgau und Silvaner gezüchtet. Eine Auslese, die mit lebendiger Frische und lebhafter Finesse Weinliebhaber begeistert. Farblich präsentiert sich dieser Wein in einem schönen Strohgelb mit dezenten goldenen Reflexen. In der Nase entfaltet sich ein komplexes Bouquet mit Aromen von reifen Früchten wie Pfirsich, Aprikose und Honigmelone. Am Gaumen zeigt sich die Auslese süß und vollmundig, mit einer ausgeglichenen Säure, die für Frische sorgt. Der Abgang ist langanhaltend und harmonisch. Dieser Wein erhielt die „silberne Kammerpreismünze“ ein renommiertes, staatliches Qualitätssiegel für Weine und Sekte in Rheinland-Pfalz.

Drei Generationen der Familie Storr bewirtschaften zurzeit Weingut und Winzerhotel Himmelacker sowie den landwirtschaftlichen Betriebszweig. Die Familie ist seit dem 16. Jahrhundert in Dautenheim ansässig, zuerst vor allem als Acker- und Viehbauern, später auch als Winzer. 2023 war es endlich soweit und sie konnten einen neuen Keller sowie eine Kelterhalle auf der gegenüberliegenden Straßenseite einweihen und somit die dritte Generation für die Zukunft wettbewerbsfähig machen. Mit Gläsern in den Händen machten wir uns auf zu dieser  anderen Straßenseite um das neue Kelterhaus zu besichtigen.

Wir waren beeindruckt von den vielen großen Stahltanks die wir zu sehen bekamen, etliche Liter feiner Tropfen lagerten darin.

Der Edelstahltank ist ein Behälter um Wein gären und lagern zu lassen. Bei der Verwendung von Edelstahl kommen mehrere Vorteile zum Tragen. Einer der Eigenschaften von Edelstahl besteht darin, dass es luft- und wasserdicht ist, was dazu führt, dass kein Sauerstoff in den Wein gelangt. Man spricht dabei auch häufig von der Neutralität von Edelstahltanks. Dadurch wird auch die Eigennote des Weines nicht durch fremde Einflüsse verfälscht, wie dies etwa bei Holzfässern der Fall ist. Zu den Vorteilen zählen auch die einfache Reinigung der Behälter, insbesondere von Weinstein, und die Verfügbarkeit zahlreicher, unterschiedlich großer Behälter, welche eine weitreichende Flexibilität für den Winzer bieten. Hinzu kommt, dass sich die Temperatur leichter regeln lässt. Nachteilig wirken sich die hohen Anschaffungskosten, sowie eine langsamere Reifung der Weine aus.

Am Ende des Rundgangs wurden wir an einen ganz besonderen Tank geführt, gefüllt mit einem Sylvaner trocken von 90 Öchslegraden, Herr Storr öffnete den Auslaufhahn und befüllte unsere Gläser mit diesem köstlichen Wein. Nach dieser letzten Weinprobe und einigen interessantenGesprächen hieß es Abschied nehmen vom Weingut  zur Heimfahrt .

Wir blicken zurück auf einen wunderschönen Ausflugstag, an beeindruckende Erlebnisse im Freilichtmuseum Bad Sodernheim und einem gelungenen Abschluss im Weingut Storr.

Ich bedanke mich im Namen aller Ausflugsteilnehmern für die tolle Bewirtung mit leckerem Vesper und erfrischenden Getränken beim Frühstück aus der Bordküche.

Petra Krapp-Meiser, Schriftführerin

Lehrfahrt zum Freilichtmuseum Bad Sobernheim

Am Samstag, 20. Juni ist es wieder soweit. Unsere Lehrfahrt führt uns dieses Jahr  ins Freilichtmuseum in Bad Sobernheim mit einer Führung um 11.00 Uhr anschließend Zeit zur freien Verfügung bis 16.00 Uhr. Dann Weiterfahrt zur Weinprobe im Weingut Storr in Alzey.  Treffpunkt und Abfahrtsort  ist wie immer am Festplatz, pünktlich um 8.00 Uhr werden wir starten.

Mitzubringen ist gute Laune und hoffentlich schönes Wetter, für alles andere ist von uns gesorgt.

Petra Krapp-Meiser, Schriftführerin

Mathaisemarktumzug 2026

„Schriesheimer Wahrzeichen“ das war die Parole des diesjährigen Mathaisemarkt-Umzugs bei dem sich auch der Obst-, Wein- und Gartenbauverein mit einer Fußgruppe beteiligte.

Dies ist wohl schon ein paar Tage her, aber die Erinnerung an ein schönes Erlebnis macht auf jeden Fall viel Spaß und den hatten die Mitglieder auch, als sie unter dem Motto „Der  Steinbruch – es war einmal Schriesheim Stein Reich“ als Steinbrecher in Arbeitskleidung mit Helmen und Dynamitstangen ausgerüstet am Festzug teilnahmen. Das trockene Wetter trug auch noch dazu bei und so marschierte die Truppe gut gelaunt und mit vielen kleinen Süßigkeiten für die Kinder in den Taschen durch Schriesheim.  Vielen Dank an alle die dazu beigetragen haben. 

Petra Krapp-Meiser, Schriftführerin

Bericht Jahreshauptversammlung 2026

Am 07. Februar 2026 fand die Jahreshauptversammlung des OWG Schriesheim im Weingut Wehweck in der Talstraße statt. Noch vor der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden, Herrn Thomas Buchwald, hatten die Mitglieder die Möglichkeit sich für die Mehrtagesfahrt und für die Lehrfahrt  anzumelden.

Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Punkte, Jahresbericht über das Vereinsgeschehen, Kassenbericht und Entlastung der Vorstandschaft.

Nachdem die Versammlung mit einer Gedenkminute die im Jahr 2025 verstorbenen Vereinsmitglieder ehrte, schilderte Thomas Buchwald die im vergangenen Jahr vorgenommenen Aktivitäten des Vereins.

Noch vor der Hauptversammlung am 01. Februar 2025 wurde in Kooperation mit der Volkshochschule Schriesheim am 25. Januar der jährliche Schneidekurs von Dipl. Ing. Jutta Becker mit 19 Teilnehmern abgehalten. Der Kurs, der mit Glühwein und Kuchen endete, fand wie immer großen Anklang.

Am 26. Februar 2025 stellte uns Vereinsmitglied Siegfried Wandt im AWO-Heim  seinen Film von der Mehrtagesfahrt nach Cuxhaven vor. Bei Kaffee und Kuchen verbrachten die zahlreichen Besucher einen gemütlichen Nachmittag. Wir danken Siegfried Wandt für sein Engagement und für den tollen Film.

Am 09. März nahm der OWG  traditionell am Mathaisemarktumzug teil. Das Motto war dieses Mal „Bauernregeln“. Wir hatten uns für „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“ entschieden. Wie schon im letzten Jahr waren wir mit einer Fußgruppe unterwegs.

Am 01. Mai wanderten eine Gruppe über Dossenheim zum Hoffest bei Georg Bielig. Einige Vereinsmitglieder hatten gleich den direkten Weg dorthin gewählt.

Am 14 Juni fuhren wir mit den Bus zur Landesgartenschau nach Freudenstadt. Der Weg der Gartenschau führte von Freudenstadt aus nach Baiersbronn, es war ein sehr heißer Tag, einige Teilnehmer nahmen das Angebot an, mit einem Bähnchen oder mit dem Bus nach Baiersbronn zu fahren, wo unser Bus für die Rückreise wartete. Der Abschluss dieser Tagesfahrt war wieder im Brauhaus „Hopfenschlingel“ in Rastatt.

Vom 17.  bis 21. August  fand die Mehrtagesfahrt ins Salzburger Land statt.

Auf dem Programm stand der Besuch von St. Georgen und der Attersee. Ein großer Dank geht an die Organisatoren des tollen Ausflugs. Siegfried Wandt hatte wieder einen sehr schönen Film davon zusammengestellt der bereits gezeigt wurde.

Am 03. Oktober stand das traditionelle Herbstfest im Zehntkeller an. Knapp hundert   Gäste konnten begrüßt werden. Es war eine gelungene Veranstaltung. Alle Gäste konnten mit Zwiebelkuchen und Broten mit Hausmacher Wurst und Käse sowie mit neuem und alten Wein besten verköstigt werden. Vielen Dank den Spendern der Zwiebelkuchen, des neuen Weines, den Helfern und Herrn Rudi Kling, der die Gäste herausragend mit seiner Musik unterhielt.

Das Vereinsjahr 2025 endete  am 22. November mit der Nikolausweinprobe im Zehntkeller, die von einem hervorragenden Vesperteller begleitet wurde. Ca. 100 Besucher folgten amüsiert der Weinvorstellung von Peter Haas, die wieder musikalisch von Rudi Kling begleitet wurde.

Im Anschluss berichtete Frau  Dipl. Ing. Jutta Becker  über den Obstbau 2025 gefolgt von Peter Haas über den Weinbau 2025.

Danach wurde angeboten das ausliegende Protokoll der Jahreshauptversammlung 2025 einzusehen.

Nun folgte der Kassenbericht von Heidi Meyer. Zum 31.12.2025 zählt der Verein insgesamt 274 Mitglieder. Es konnten1 4 neue Mitglieder gewonnen werden, es gab 3 Austritte und leider auch 9 Todesfälle zu beklagen.

Die Haupteinnahmequellen des Vereins waren Beiträge, Spenden, Förderung der Stadt Schriesheim und das Herbstfest im Zehntkeller. Die Hauptausgaben kamen durch Präsente zu Geburtstagen oder Beerdigungen, sowie der Lehrfahrt der  Nikolausweinprobe und der Hamburger Versicherung zu Stande.

Im Anschluss an den Kassenbericht wurden die Vorstandschaft und die Kassenführung von Frau Daniela Herrmann in Vertretung für Frau Christina Eidenmüller entlastet. Die l vorbildliche Führung des Kassenbuches wurde gelobt und es gab keine Beanstandungen.

Nun wurde der Verlauf der Lehrfahrt und Mehrtagesfahrt vorgestellt.

Nachdem der offizielle Teil der Sitzung beendet war wurde das Büfett eröffnet, die anschließende Sonderverlosung wurde die Sitzung abgeschlossen.

Viele Sonderpreise fanden ihre Abnehmer, der Hauptpreis war wie immer ein Gutschein für die Mehrtagesfahrt. Vielen Dank an die großzügigen Spender.

Petra Krapp-Meiser, Schriftführerin

Schriesheim, 19.02.2026