Bericht Lehrfahrt 2018

 

 

Auch in diesem Jahr hat der Verein wieder eine Lehrfahrt unternommen, welche die Mitglieder zuerst zur Kräuter- und Wildpflanzen-Gärtnerei Strickler führte. Bei der Besichtigung des „Fachbetriebes für Naturnahes Grün“ gingen die Meinungen über die Vorstellungen eines ordentlichen Gärtnerbetriebes allerdings etwas auseinander. Zwar hat sich der Betrieb, der dem Verein Naturgarten e.V. angehört, der Förderung der naturnahen Garten- und Landschaftsgestaltung verschrieben, sie arbeiten, gestalten, planen und

bauen, züchten und produzieren nach den strengen Richtlinien, die der Naturgarten e.V. gemeinsam mit dem Bioland-Verband ausgearbeitet hat. Allerdings kamen einige Mitglieder beim näheren betrachten der Anlage zu dem Schluss, weniger an unnützem Kraut wäre mehr. Da die Referentin, die uns durch die Anlage führte bereits seit über vier Jahren ihre Tätigkeit dort ausübt, konnte sie gewissenhaft und ausführlich über Pflanzen und Arbeitsmethoden berichten. Seit 1995 ist der Betrieb Strickler eine Versandgärtnerei mit großem Sortiment an Stauden, Gehölzen, Alten Rosen, Wildobst und Obstsorten, Kräutern, Wildgemüse, Gräsern, Farnen, Wasserpflanzen und Saatgutmischungen für verschiedene Standorte.

Anschließend fuhren wir weiter zu unserem nächsten Programmpunkt. Der Besuch des Karolingischen Freilichtlabors Lauresham, welches zum Weltkulturerbe Kloster Lorsch gehört. Es zeigt wie die Menschen zu Zeiten Karls des Großen gelebt haben. Als Karolinger Reich bezeichnet man das Fränkische Reich unter der Herrschaft der Karolinger-Dynastie ab 751 bis 911. Das aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse errichtete Modell eines karolingerzeitlichen Herrenhofes ist die erste idealtypische Rekonstruktion eines großen frühmittelalterlichen Wirtschaftshofes. Die Anlage umfasst insgesamt 21 Wirtschafts,- Wohn- und Stallbauten sowie eine Kapelle. Die Gebäude wurden entsprechend alten Plänen und Ausgrabungen aufgebaut, dabei wurde versucht, so weit wie möglich mit den damals zur Verfügung stehenden Materialien und Methoden zu bauen. Außerhalb des Palisadenzaunes der die Wohnräume umgibt findet man eine Schmiede, eine Färberei und mehrere Schuppen und Gatter für die Tiere des Hofes. Etliche Nutztierrassen, die in ihrer Erscheinung den frühmittelalterlichen Tieren so nahe wie möglich kommen, vermitteln ein lebendiges Bild vom Alltagsleben auf einem Herrenhof. Unsere Begleitung führte uns mit fundiertem Fachwissen durch die Anlage, es war spannend und unterhaltsam, wir konnten uns gut in die damalige Zeit hineinversetzen und lernten verschiedene landwirtschaftliche und handwerkliche Arbeitsweisen kennen.

Einige unserer Mitglieder, die sog. „Fußkranken“, welche der Führung nicht beiwohnen konnten, haben die Zeit genutzt um sich in der Stadt Lorsch ein wenig umzusehen und sich bei einem Eis oder Kaffee zu entspannen. Anschließend fuhren wir in die Gaststätte „Zur Rheinfähre“ in Nordheim. Leider ließ der starke Wind es nicht zu, dass wir im Außenbereich des Gasthofes am Rheinufer Platz nehmen konnten. Wir wurden freundlich bedient, die Auswahl der Speisen war überschaubar aber für jeden Geschmack war etwas dabei. Es war ein sehr schöner und auch wieder lehrreicher Ausflug den wir bei ganz tollen, nicht allzu heißem Sommerwetter prima genießen konnten.

Petra Krapp-Meiser

Schriftführerin

Wanderung am 1. Mai

 

Auch in diesem Jahr hatte der OWG zu einer kleinen Maiwanderung durch Wald und Weinberge eingeladen, zu der sich trotz des kühlen Wetters doch einige Wanderfreunde eingefunden hatten.

Bei einer kleinen Pause unterhalb des Madonnenberges wurde süßer Brombeerlikör und ein hochprozentiger Traubenbrand angeboten.

Zum gemütlichen Beisammensein trafen sich die Mitglieder bei Familie Reibold in der Wormser Straße 30. Dort waren bereits Tische und Bänke bereitgestellt und aufgetischt wurde kräftiges Schäufele mit leckerem Kartoffel- und Karottensalat. Alles war sehr schmackhaft, guter Wein aus Reibolds Weinbergen rundete das Angebot ab.

Es war ein schöner Nachmittag bei dem sich die Mitglieder gut gelaunt bei interessanten und unterhaltsamen Gesprächen austauschen konnten.

Petra Krapp-Meiser

Schriftführerin

Einladung Hauptversammlung 2018

Hiermit erfolgt die Einladung zu unserer Jahreshauptversammlung am 03. Februar 2018.
Beginn um 19.00 Uhr im Pfarrsaal der katholischen Kirche Schriesheim

Die Vorstandschaft freut sich über das Erscheinen aller Mitglieder. Die Anmeldungen zur Lehr- und Jahresfahrt können vor der Veranstaltung um 18.30 Uhr vorgenommen werden. Anträge zur Jahreshauptversammlung müssen bis spätestens am 02. Februar 2018 dem 1. Vorsitzenden, Herrn Thomas Buchwald, vorliegen.

Tagungsordnung

  1. Begrüßung durch den Vorstand
    Totenehrung
  2. Jahresbericht
  3. Vereinsgeschehen
  4. Jahresbericht über die Ernten im Obst- und Weinbau
  5. Protokoll 2017
  6. Kassenbericht 2017
  7. Entlastung Vorstandschaft/Kasse
  8. Wahlen
  9. Termine 2018
  10. Verschiedenes
  11. Erläuterung Jahresfahrt und Lehrfahrt
  12. Sonderverlosung
  13. Tombola
    Spenden für die Tombola erbitten wir bis spätestens 03.02.2018, sie sind bei einem der Vorstandsmitglieder oder bei der Winzergenossenschaft abzugeben oder bis zum frühen Nachmittag im Pfarrsaal abzuliefern. Alle Mitglieder bitten wir nach Möglichkeit um einen Beitrag, damit wir wieder unsere großzügige und attraktive Verlosung anbieten können.
    Unsere Jahresfahrt 2018 führt uns dieses Mal an den Gardasee. Wie angegeben erfolgt die Anmeldung hierfür ab 18.30 Uhr, pro Teilnehmer sind 100,00 Euro als Vorauszahlung zu entrichten. Der Termin und das Ziel für die Lehrfahrt werden noch bekanntgegeben.
    Die Jahreshauptversammlung unseres Bezirksvereins findet am 18. Februar 2018 in Schriesheim statt. Sie beginnt um 14.00 Uhr ebenfalls im Pfarrsaal der katholischen Kirche. Wir bitten hierfür wieder um zahlreiche Kuchenspenden, die vor der Veranstaltung entgegengenommen werden.                                       Petra Krapp-Meiser, Schriftführerin

Bericht Filmenachmittag Jahresfahrt 2017

Am vorletzten Sonntagnachmittag hat der Verein einen unterhaltsamen Film über die Jahresfahrt 2017 nach Wien vorgeführt. Herr Siegfried Wandt, der Filmemacher und Regisseur des Streifens hat sich alle erdenkliche Mühe gegeben und in stundenlanger, kniffliger Kleinarbeit aus den 6-stündigen Aufzeichnungen einen Film hervorgezaubert, den auch ein Profi hätte nicht besser machen können. Auch die Betonung des Filmes ist tadellos, die musikalische Untermalung mit Wienerischen Klängen macht das Werk noch wertvoller.

Der Vereinsraum in der Mehrzweckhalle war bis zum letzten Platz besetzt, es wurden noch zusätzliche Stühle hereingebracht um die vielen Gäste, die alle dem Film gespannt entgegenfieberten, bequem unterzubringen. Die Tische waren nach dem Motto „Grüezi wohl in der Schweiz“, wunderschön eingedeckt, sie waren mit weißen Alpenveilchen und der Schweizer Fahne geschmückt, Toblerone-Schokolade brachte den charakteristischen Geschmack des herrlichen Alpenlandes in den Raum. Das Kuchenbuffet war dank zahlreicher Kuchenspenden von fleißigen Bäckerinnen und Bäckern üppig bestückt. Wein und Bier waren gut gekühlt, nur die Kaffeemaschine wollte nicht so wie sie sollte. Aber nach anfänglichen Startschwierigkeiten, bekam man diese auch in den Griff und es hieß dann einigermaßen pünktlich „Film ab Let the Show go on“.

Der Film zeigte die ganze Tour der Reisegruppe, von Schriesheim bis Zermatt, die Fahrt mit dem Glacier Express bis St. Moritz und wieder zurück in die heimatlichen Gefilde. Die Erlebnisse, die Eindrücke und die Impressionen sind perfekt auf diesem Filmstreifen festgehalten, der bei den Reisenden wieder tiefe Emotionen aufkommen ließ. Einige der „Akteure“ waren sehr erstaunt ihre eigene Stimme im Film zu hören und vor allen Dingen, was hat man sich im Bus, beim Essen oder bei der Bahnfahrt so alles gegenseitig erzählt? Worte und Anekdoten die erst jetzt wieder in Erinnerung kamen, auf jeden Fall in ausschließlich Positiver! Wenn die Live-Stimmen der OWG’ler im Film verstummten, folgte man den Ausführungen von Herrn Wandt, der viele interessante Informationen über Land und Leuten bekannt gab.

Nach einer kurzen Pause, in der heiße Würstchen zur Stärkung gereicht wurden, nahm die Filmvorführung seinen weiteren Verlauf. Die Höhepunkte des Ausflugs, wie der Besuch auf dem Gipfel des Gornergrats, das Raclette-Essen auf der Sunnega-Alm, die Fahrt mit dem Glacier Express und die große Engadin-Rundfahrt, hat Herr Wandt gekonnt in Szene gesetzt, so dass sich die Reiseteilnehmer wieder in die letzte Augustwoche zurückversetzen konnten, um die gelungene Reise in Gedanken nochmals zu erleben.

Es war ein schöner Film, unterhaltsam und amüsant und ein Meisterwerk seines Erschaffers, dem ein gebührender Applaus zuteilwurde. Man kann bei diesem kinoreifen Streifen zweifellos sagen „Hollywood lässt grüßen“!

Petra Krapp-Meiser, Schriftführerin

Bericht Nikolausfeier 2017

Wieder einen vollen Erfolg konnte der Verein verbuchen, als er am 25. November 2017 seine Mitglieder und Freunde zu einer „Nikolausweinprobe“ in den Zehntkeller eingeladen hatte. An vorweihnachtlich gedeckten Tischen bekamen die fast 100 Gäste edle Tropfen der Winzergenossenschaft Schriesheim vorgestellt, darunter auch Weine der Exklusiv-Serie. Zur Begrüßung gab es den – vom Verein für das Jubiläumsjahr eigens kreierte – „Apfel-Secco“. Ein reichhaltiger Winzerteller stellte die Grundlage dar für die Weinverkostung, durch die unser Vereinsmitglied, Herr Peter Haas, mit geschulter Sachkenntnis, mit viel Leidenschaft und Esprit führte. Obwohl Stimmungsmacher Rudi Kling mit seinem Akkordeon fehlte, tat dies der Laune keinen Abbruch, denn die humorvollen witzigen Einlagen von Orator Peter Haas erhellten mit jedem weiteren Glas Wein die Gemüter der Feiernden. Ausgiebige Unterhaltung, nette Gespräche und viel Spaß haben allesamt zu einem gelungenen Abend beigetragen. Ein Dank geht an alle die mitgeholfen haben, diese Weinprobe so großartig zu gestalten.

Petra Krapp-Meiser, Schriftführerin

Gehölzschneidekurs 2018

 

In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Schriesheim bietet der Verein am Samstag 27. Januar 2018 wieder einen Gehölz-Schneidekurs an (Kurs Nr. 1E5503). Dozentin ist Frau Dipl. Ing. Jutta Becker.

Der Kurs ist sowohl für Anfänger als auch für Personen geeignet, die bereits an einem Kurs teilgenommen haben und ihre Kenntnisse auffrischen wollen. Es werden die Grundlagen des Obstgehölschnittes in Theorie und Praxis vermittelt. Die Interessenten treffen sich am 27. Januar um 13.30 Uhr auf dem Gelände des Aussiedlerhofes 7 (Becker).Vor Ort werden Obstbäume und -sträucher fachgerecht geschnitten, um das Wachstum und den Ertrag zu steuern. Die Teilnehmenden können dabei selbst Hand anlegen. Es gibt auch Tipps zur Pflanzung, zu den Pflanzensorten und ihrer Pflege. Für Fragen steht die Dozentin gern zur Verfügung. Die Teilnahme ist für unsere Mitglieder kostenlos. Selbstverständlich sind auch Nichtmitglieder herzlich willkommen. Für sie wird eine Kostenbeteiligung von 6,00 € erhoben. Die Anmeldung nimmt die Volkshochschule Schriesheim entgegen.. Bitte kommen Sie in wetterfester Kleidung, gutem Schuhwerk und bringen Sie sich Werkzeug (Säge, Baumschere) mit.

 

Petra Krapp-Meiser, Schriftführerin

Bericht Jahresfahrt Wien 2017

Bericht über die Jahresfahrt nach Wien vom 23. – 27. August 2017

Walzer im Dreivierteltakt

Sisi und Franz

und noch mehr Wiener G‘schichten

Am frühen Mittwochmorgen machte sich ein bis auf den letzten Platz besetzter Doppeldeckerbus über Nürnberg – Regensburg – Passau auf nach Wien. Für die kurze Frühstückspause wurde an alle Teilnehmer eine von dem Busunternehmen Müller befüllte Provianttasche verteilt. Um die Mittagszeit erwartete uns ein Überraschungsimbiss. Ganz traditionell bayrisch bekamen wir in der Heimat von Heidi Meyer ein Weißwurst-Essen mit Brezeln und Bier serviert. Auf dem Anwesen von Heidi Meyer‘s Schwester in Eging am See waren in der Garage und im Garten Biergarnituren aufgestellt und ganz fesch im klassischen Blau-Weiß eingedeckt. Derr Anlass dieser Überraschung war der runde Geburtstag von Heidi Meyer, der 59.+1, den sie vor noch nicht allzu langer Zeit gefeiert hatte. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die großzügige Spende und nachträgliche Glückwünsche zum Wiegenfest. Nach der deftigen Mahlzeit ließ uns die Mittagshitze alle ein wenig schläfrig werden und so ging die Zeit bis zur Ankunft in Wien recht schnell vorüber. Bestens untergebracht im Trendhotel Ananas ließen wir beim Abendessen den Tag ausklingen.

Und am nächsten Morgen gingen sie schon los, die Wiener G’schichten von denen es viel zu berichten gibt. Wir starteten den Tag mit einem reichhaltigen Frühstück und fuhren mit unserem Bus in den 1. Wiener Bezirk, dem Herzstück der Stadt. Hier befinden sich sehr viele Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel das Museum, das Theater und die Hofburg. Wien hat von fast allen Bauepochen etwas zu bieten. Der Stephansdom ist spätromanisch und gotisch. Der Schweizertrakt der Wiener Hofburg erhielt seine Gestalt in der Renaissance. Die große Kuppel über dem zweistöckigen Bau des Kunsthistorischen Museums erinnert ebenfalls stark an italienische Renaissancebauten. Das Stadtbild besonders geprägt hat aber der Barockstil. Das Reich der Habsburger blühte in dieser Zeit und offenbart wurde diese Macht mit Architektur. Die bedeutendsten Wiener Barockbauten sind das Schloss Belvedere, das Schloss Schönbrunn und die Karlskirche am Karlsplatz. Eine besondere Blüte erlebte in Wien auch der Jugendstil. Die weltweit bekanntesten Bauten dieser Epoche sind die „Secession“ mit der goldenen Kuppel und die Stadtbahnstation Karlsplatz. In zwei Gruppen ging es nun zu Fuß durch die Straßen der Altstadt, die Namen trugen wie zum Beispiel „Jasomir-Gott-Straße“. Der Lieblingsspruch von Herzog Heinrich II aus dem Geschlecht der Babenberger lautete bei allen möglichen Gelegenheiten „Ja so mir Gott helfe“, was ihm auch diesen Beinamen einbrachte, nach der die Straße 1876 benannt wurde. Wir gingen vorbei an der stattlichen Hofburg und den Stallungen der Spanischen Hofreitschule, eine Institution, die ursprünglich der reiterlichen Ausbildung der kaiserlichen Familie diente. Sie ist einer der wichtigsten Orte zur Erhaltung der klassischen Reitkunst, wobei ausschließlich Lipizzaner ausgebildet werden. Die meisten Lipizzaner sind Schimmel, haben also als Fohlen eine dunkle Farbe und werden mit sechs bis zehn Jahren weiß. Wir hatten das Glück, einige dieser edlen Pferde sehen zu können, als sie unseren Weg kreuzten um in die Ställe zu traben. Wir schlenderten entlang am Graben, eine exklusive und pulsierende Fußgängerzone im Herzen der Innenstadt. Die Prachtstraße beherbergt in ihren meist aus dem 17. oder 18. Jahrhundert stammenden Gebäuden die feinsten Traditionsgeschäfte von Wien, die bereits als „Hoflieferanten“ des Kaisers bekannt waren. Früher flanierten leichte Mädchen, scherzhaft „Grabennymphen“ genannt, auf dem Boulevard das war von Erzherzogin Maria Theresia nicht gerne gesehen und sie verbannte die Damen aus der Innenstadt, aus den Grabennymphen wurden kurzerhand die Gürtelschnallen. In Wien ist vieles kostenfrei, etliche Musikveranstaltungen, Eintritte in verschiedene Museen und Parkanlagen, wie zum Beispiel der Volksgarten, ein besonderer Tipp für wahre Romantiker. Wer Rosen liebt der kann eine Rosenpatenschaft übernehmen. Als Gegenleistung für die Rosenpflege wird auf Wunsch ein persönliches Schild an der Patenpflanze angebracht, das man mit einer persönlichen Widmung versehen kann. Eine persönliche Widmung an einer Rose inmitten eines öffentlichen Gartens für den eigenen Schatz, etwas Romantischeres hat wohl auch Wien kaum mehr zu bieten.

Zur Mittagszeit hieß es dann Einkehr im SB Restaurant Rosenberger. Wir waren alle schon in freudiger Erwartung das bekannte und berühmte „Wiener Schnitzel“ genießen zu dürfen, leider stand das nicht auf unserem Speiseplan. Wir bekamen Schweinebraten mit Beilagen, nur Horst und ich hatten uns für eine Schnitzelvariante entschieden und wir tauschten unseren Essens Bons gegen Schnitzelbrötchen ein. Das hatte leider weder etwas mit Schnitzel noch mit Wien zu tun, es erinnerte eher an die Schuhsohlen, die wir uns am Morgen beim Stadtrundgang plattgelaufen hatten, aber der Ausflug hatte ja erst angefangen und die Hoffnung auf ein richtiges „Wiener Schnitzel“ war noch ungetrübt. Am Nachmittag setzten wir unsere Rundfahrt durch Wien fort und wir überquerten die Donau mit den zahlreichen Flusskreuzfahrtschiffen die am Ufer festgemacht hatten, 23 haben wir gezählt. Zum Abschluss besuchten wir das barocke Ensemble von Schloss Belvedere mit seinem schönen Schlossgarten, dann traten wir den Rückweg zum Hotel an.

Wenn man ihn Wien nach einem Biergarten fragt, so sagt man am besten man suche einen Gastgarten, der zu einem Lokal gehört oder einen Schanigarten, welcher sich auf öffentlichen Plätzen befindet. Eine weitere Erklärung für den Unterschied zwischen einem Gastgarten und einem Schanigarten liegt in der Bezeichnung „Schani“: In früheren Jahren wurden Knaben häufig auf die Namen Hans, Johann oder Johannes getauft. Der Rufname von vielen Kellnern war, als das Französische noch modern war, Jean, auf wienerisch „Schani“. So kam es häufig vor, dass die Nachbarn am Morgen den Ruf des Oberkellners vernahmen: „Schani, trag den Garten ausse!“ und am Abend: „Schani, trag den Garten eine!“

Man sollte sich auch bei einer Bestellung im Caféhaus gegenüber dem Kellner deutlich ausdrücken und nicht nur einen Kaffee bestellen, der Ober wird nachfragen ob er ein Schwarzer bzw. Mokka, ein Kapuziner, ein Brauner, ein Cappuccino, eine Melange, ein Einspänner, ein Fiaker, Maria Theresia, Franziskaner oder Kaisermelange bringen soll. Die Wiener Kaffeelandschaft hat so einiges zu bieten. Richtig schwierig wird es dann aber erst, wenn man erraten soll, was es denn mit einem Pharisäer oder einem überstürzten Neumann auf sich hat und ob man nach dem Genuss dieser Kreationen überhaupt noch fahrtüchtig ist. Fakt ist nämlich, dass fast alle der Wiener Kaffee-Besonderheiten Alkohol enthalten. Rum und Liköre, Schlagobers, Eidotter und sonstige wilde Zubereitungsarten haben es in die Liste der wahren Wiener Kaffeespezialitäten geschafft.

Den Abend verbrachten wir im „Zwölf Apostelkeller“ ein historischer Stadtheurigen in den Kellergewölben des Hauses Sonnenfelsgasse 3 im 1. Wiener Gemeindebezirk. Das Gebäude und die Keller stehen unter Denkmalschutz. Wir waren der Annahme, dass wir hier im historischen Ambiente des aus dem Jahr 1339 stammenden Hauses bei volkstümlicher Schrammelmusik mit Liedern, Märschen und Walzern endlich das ersehnte „Wiener Schnitzel“ genießen können, aber weit verfehlt, wir bekamen Fiakergulasch mit Serviettenknödel, Würstel, Spiegelei und Gurkerl, was allerdings auch sehr lecker schmeckte. Nur Christa Iselin tat sich mit diesem Angebot etwas schwer denn ihre Gesichtszüge verrieten unverkennbar „IIICH WIILL WIIENER SCHNIIITZELLL!!!!!!“, aber es blieb leider nur bei dem frommen Wunsch.

Am nächsten Tag stand eine Fahrt ins Burgenland auf dem Programm. Die kleine aber feine burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt hat den Besuchern einiges zu bieten. Sehenswert sind neben dem Schloss Esterházy, das Haydn Haus, die Bergkirche, der Martinsdom oder der Schlosspark, ein ehemals barocker Garten, der um 1800 in einen englischen Landschaftsgarten umgebaut wurde. Die größtenteils denkmalgeschützte Altstadt ist das Herzstück von Eisenstadt, dort fand auch ein bunter Markt statt mit vielen verschiedenen Ständen, die einheimische und internationale Besonderheiten anboten.

Nach dem reichhaltigen und sehr guten Mittagessen, leider wieder kein „Wiener Schnitzel“, aber das war verzeihlich, denn wir waren ja jetzt im Burgenland, verbrachten wir den Nachmittag auf dem Neusiedler See. Er ist wie der Balaton einer der wenigen Steppenseen in Europa und der größte abflusslose See in Mitteleuropa. Er liegt sowohl auf österreichischem als auch auf ungarischem Staatsgebiet. Der See zeichnet sich durch seine geringe Tiefe und sein mildes, aber windiges Klima aus. Der den See fast vollständig umgebende Schilfgürtel bildet den Lebensraum der einzigartigen Tierwelt der Region und ist nach dem Donaudelta das größte zusammenhängende Schilfgebiet in Europa. Vom Mörbisch aus startete unsere eineinhalbstündige Schiffstour, auf der wir auch Kaffee und Kuchen serviert bekamen. Danach ging es zurück zum Hotel zum schnellen „ Wiener-Schnitzel-freien“ Nachtessen, denn anschließend sollte uns ein festlicher, kultureller Abend bevorstehen. Unser Fahrer Uwe brachte uns mit dem Bus wieder in die Altstadt von Wien, dort marschierten wir, die Damen aufgehübscht wie Modells, die Herren gediegen in meist dunklem Zwirn gezwängt, zur Peterskirche. Dort in der Krypta erwartete uns folgende Überraschung. „Wiener Schnitzel“?? Nein!!! „Wiener Blut“ wurde aufgeführt, eine „komische Operette“ in drei Akten von Johann Strauss und das eigens für unsere Reisegruppe. Witzig, gerissen und urwienerisch präsentierte das österreichische Musikensemble diese spritzige Operette über die Liebesverwicklungen des Grafen Balduin Zedlau. Wein, Weib und Gesang sind alles, wofür sich der Graf interessiert. Seine Ehefrau Gräfin Gabriele Zedlau, eine Wienerin, lebt getrennt von ihm, da ihrem Gatten bisher das „Wiener Blut“ fehlte. Im Wien des Jahres 1815, zur Zeit des Wiener Kongresses, sollte der Graf die Interessen des Zwergenstaates Reuss-Schleiz-Greiz vor Europas Diplomaten vertreten. Viel lieber konzentriert er sich aber auf die Koordination seiner amourösen Abenteuer. Es gilt, seine Gattin Gabriele, die Tänzerin Franziska und die Probiermamsell Pepi auseinander- und voreinander geheim zu halten. Als dann noch der Premierminister, Fürst Ypsheim-Grindelbach, zu Besuch kommt und Gattin und Geliebte miteinander verwechselt, sind die Verwicklungen und Intrigen nicht mehr aufzuhalten.

«Wiener Blut, Wiener Blut! Eigner Saft, voller Kraft, voller Glut.

Wiener Blut, selt‘nes Gut, du erhebst, du belebst unsern Mut!

Wiener Blut, Wiener Blut! Was die Stadt Schönes hat, in dir ruht!

Wiener Blut, Heiße Flut! Allerort gilt das Wort: Wiener Blut

Direkt vor und zwischen uns spielten und sangen die Akteure, kostümiert, mit Theaterbeleuchtung, szenisch mitreißend und mit faszinierendem Humor. Ohne Abstand erlebten wir das Werk mit den Künstlern auf einer Ebene, was eine unvergessliche Aufführung versicherte. Die Krypta mit ihren lediglich 80 Sitzplätzen garantierte persönliches Erleben in außergewöhnlichem Ambiente. Nach der Vorstellung machten einige von uns eine ganz neue Erfahrung, die man in Schriesheim und Umgebung nicht so einfach machen kann. U-Bahn fahren. Unsere Reiseleiterin und Uwe unser Busfahrer holten uns von der Kirche wieder ab und geleiteten uns zur Wiener U-Bahn, vier Stationen mussten wir überstehen um wieder sicher am Hotel anzukommen und das hatte auch bestens geklappt, wir hatten niemand aus unserer Gruppe verloren und auch keine weiteren Mitfahrer eingesammelt und mit ins Hotel gebracht.

Am vorletzten unserer Tage besuchten wir das Schloss Schönbrunn, die einstige Sommerresidenz der Habsburger, mit seinem wunderschönen Schlosspark. Er ist das ganze Jahr für Besucher kostenlos zugänglich und ist täglich geöffnet. Er ist eines der beliebtesten Erholungsgebiete in Wien und beherbergt beeindruckende Brunnen, Statuen und Denkmäler. Zu den gebührenpflichtigen Sonderattraktionen im Schlosspark zählen der Kronprinzengarten, der Orangerie Garten, der Irrgarten sowie auch der Tiergarten Schönbrunn, das Palmenhaus und Wüstenhaus. Seit 1996 ist der Schlosspark gemeinsam mit dem Schloss Schönbrunn im Verzeichnis des Welterbes der UNESCO. Im Schlosspark werden regelmäßig kostenfreie Konzerte der Wiener Philharmoniker angeboten, es gibt dort Kultur pur. Beim Lustwandeln im Schlosspark tauchten wir ein in das Leben von Sisi und Franz, dem Kaiserpaar das im April 1854 in Wien getraut wurde, nachdem die junge Kaiserbraut im „Schnellkurs“ auf ihre zukünftige Rolle vorbereitet worden war. Im Schloss Schönbrunn fühlten wir uns wie Gäste von Kaiser Franz Joseph und seiner Gemahlin Elisabeth in den Rokoko- und Reparationsräumen des Schlosses. Im Spiegelsaal musizierte Mozart als sechsjähriges Wunderkind. Auf der von unserer Reiseleiterin geführten Tour durch 22 Räume erkundeten wir die verschwenderische Pracht der Großen Galerie, wo der Wiener Kongress tagte, den fernöstlichen Charme der chinesischen Kabinette, aber auch die erstaunliche Bescheidenheit, mit der Kaiser Franz Joseph seine Privatgemächer ausstatten ließ. Heute sind einige Wohnungen sowohl im Schloss Schönbrunn als auch in der Hofburg an Privatleute vermietet.

Damit wir wenigstens eine besondere Wiener Spezialität probieren konnten, wurde uns anschließend im „Café-Restaurant Residenz“ Sachertorte und Kaffee oder Tee serviert. Danach hatten alle noch ein wenig Freizeit für eigene Erkundungen bis uns der Bus zu einer Panoramafahrt über die Höhenstraße zum Aussichtspunkt Kahlenberg brachte. An klaren Tagen sieht man nicht nur die gesamte Stadt von hier oben sondern sogar den Schneeberg, wo das Wiener Hochquellwasser herkommt. Das Quellwasser hat höchste Wasserqualität und jeder Haushalt in Wien wird damit versorgt. In unterirdischen Leitungen, die zum Teil durch Berge geführt werden, gelangt das Wasser im natürlichen Gefälle ohne eine einzige Pumpe bis in die Stadt. Durch den Wiener Wald fuhren wir nach Neustift am Walde. Beim „Buschenschank Wolf“ erwartete uns dort: WAS WOHL??? NEIN, NICHT ein „WIENER SCHNITZEl“, Deftigeres wurde aufgetischt, ein Winzerschmaus mit Sauerkraut, Schweine- und Kasslerbraten, Würstel und Bratkartoffeln, was aber bestens zu dem rustikalen Ambiente des Heurigen passte. Da nicht nur Obst-, Wein- und Gartenbauer dem Verein zugehören, sondern auch viele Freunde der Gesanges Kunst, ging der Abend laut und feuchtfröhlich zu Ende. Wir hofften einen guten Eindruck bei den Österreichern zu schinden und gaben das Badener und Schriesheimer Lied zu unserem Besten.

Aber jeder Abend geht einmal zu Ende und mit viel Gesang und guter Laune belegten wir noch zahlreich die Hotelbar. Dass nicht nur Schriesheim ein eigenes Lied hat, ließ uns Käthe Sommer hören, die von Ihrem Heimatort das Dossenheimer Lied anstimmte: Wie schön bist Du, mein Dossenheim, vom Neckar bis zum Weißenstein, vom Heßlich bis zum Höllenbach im Frühling in der Blütenpracht“.

Am Sonntag hieß es dann Abschied nehmen vom schönen Wien, dem prunkvollen Gebäuden und den Wienern selbst. Die Wiener Seele hat sich uns als gutmütig, lebenslustig und etwas bequemlichkeitsliebend gezeigt und lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Das Raunzen und Granteln hat in Wien Tradition und wird auch dementsprechend gepflegt. Der typische Wiener Schmäh ist schwer zu definieren, da in ihm viel Humor, Sarkasmus, Arglist und auch ein Hauch Melancholie zu finden ist oder auch alles gleichzeitig. Was auf die Einzigartigkeit der Stadt zutrifft, kann mit Sicherheit genauso über seine Bewohner gesagt werden.

Wir machten nicht so viel Gschisti, Gsachsti drum, wenn wir abends mal ein Schwipserl davongetragen hatten, denn hülft’s nix, so schodt’s au nix und da Ois hoib so wüd is, sind wir au net deppard worn und so lassen wir Wien hinter und uns sagen Servas, Hawi d’Ehre, vielleicht kommen wir ja wieder nach Wien, Wien, Wien nur du allein!

Der Abschluss unserer Jahresfahrt fand in Weinsberg statt, im „Barfüßer Haxenkeller“ gab es nicht nur Haxen, hier konnte wer noch nicht resigniert hatte und immer noch wollte, zumindest die Schwäbische Art vom „Wiener Schnitzel“ bestellen, paniertes Schweineschnitzel mit Spätzle und viel Soße.

Gut in Schriesheim angekommen möchten wir auch wieder Danke sagen an Rolf und Inge Lübken für die gute Organisation und den sehr schönen Ausflug der viele Überraschungen parat hatte, an Uwe unseren Busfahrer, der uns erneut wieder sicher nach Hause brachte, an allen Spendern und Spenderinnen, sei es für Wein, Hochprozentisches oder Essbarem wie die Linzer Kuchen von Ellen. Besondere Grüße und Genesungswünsche gehen an Hilde Trautmann, die wir leider verletzt im Krankenhaus in Wien zurücklassen mussten und an Ilse Grüber, die sich fürsorglich um Frau Trautmann gekümmert hat.

Petra Krapp-Meiser, Schriftführerin